Denkort am Berliner Stasigelände eröffnet

Erstes Berliner Denkmal für die Leidtragenden der kommunistischen Herrschaft von 1945-1989, das nach 1990 entstanden ist.

8. Oktober 2023

 

Gestern abend wurde neben dem ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit das Denkmal „Einschlüsse“ in Erinnerung an die Menschenrechtsverletzen der politischen Justiz in der sowjetischen Besatzungszone und DDR von 1945-1989 eingeweiht. Es ist der erste Ort im Berliner Straßenland, der nach der deutschen Einheit entstanden ist, und die gesamte Zeit der kommunistischen Herrschaft und ihrer Leidtragenden einschließt.

In den Institutionen rund um den Roedelius Platz in Alt-Lichtenberg, wo das Denkmal steht, wurden von sowjetischen Besatzungsorganen fast 200 Menschen zum Tode und teilweise langen Langhaftstrafen verurteilt; es befanden sich den 45 Jahren dort ein Zellengefängnis der Besatzungsorgane, zwei Polizeiinspektionen, das Stadtbezirksgericht, wo auch politische Verfahren stattfanden, die Hauptadresse des Ministeriums für Staatssicherheit und das Gefängnis Magdalenenstraße, was erst von den sowjetischen Organen, dann vom MfS als Haftanstalt genutzt wurde. Allein zu MfS-Zeiten saßen dort meist kurzeitig fast 10.000 Personen ein, da diese Haftanstalt als Teil des zentralen Untersuchungshaftkomplexes in Hohenschönhausen fungierte. Allein am 7. und 8. Oktober 1989, vor 34 Jahren, wurden am zentralen Zuführungspunkt des MfS dort über 90 Personen eingesperrt, die sich bei der Großdemonstration in Berlin für Meinungsfreiheit und Veränderungen in der DDR eingesetzt hatten.

Der Denkort am Roedelius Platz geht auf eine Initiative des Aufarbeitungsvereins Bürgerkomitee 15. Januar von 2017 zurück und wurde von der Union der Opferverbände kommunistischen Gewaltherrschaft unterstützt und im Wesentlichen aus ehemaligen SED-Geldern über das Bezirksamt Lichtenberg und den Berliner Senat finanziert. Das Bezirksamt hatte auf Grund der zivilgesellschaftlichen Initiative einen Runden Tisch gebildet und nach dessen Vorgaben einen künstlerischen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem der jetzt realisierte Entwurf von Roland Fuhrmann ausgewählt wurde.

 

Mehr zum Thema: www.buergerkomitee1501berlin.de