Wo die Berliner von der Stasi überwacht wurden.

Die Bezirksverwaltung des MfS in Berlin-Friedrichsfelde und ihre Auflösung 1989/90

Zum Jahrestag der Erstürmung der Bezirksverwaltungen der Stasi Anfang Dezember 1989

Einladung zu einer Veranstaltung am 4.12.2020 | 18.30 Uhr

Die Auflösung der Berliner Bezirksverwaltung des MfS (BV) ist ein Kuriosum. Nirgendwo sonst wurde eine so große Dienststelle vom Staat selbst aufgelöst. Anders als in den Bezirken, wo die Ämter der DDR-Polizei vom 4-6. Dezember teilweise gestürmt und überall von Bürgergruppen begangen wurden, blieb es in Berlin-Friedrichsfelde ruhig. Um Bürgerprotesten vorzubeugen, beschloss die Regierung Modrow die BV Berlin von selbst aufzulösen. Der Polizeipräsident lud Bürgervertreter ein, damit alles demokratisch aussah. Mit diesem Manöver entstand der Eindruck, auch in Berlin würde die Stasi unter Bürgerkontrolle aufgelöst. Erst im Januar merkten die Bürger, dass die Berliner Stasi-Zentrale weiterarbeitete. Das führte zu dem Aktionen vom 15. Januar e.V., als auch das alte Ministerium für Staatssicherheit lahm gelegt wurde.

In der Berliner BV waren einst rund 3500 Mitarbeite tätig. Auf dem Gelände befanden sich auch die Kreisdienststellen für die Bezirke Lichtenberg, Marzahn, Hohenschönhausen und Hellersdorf. Die Akten der meisten (Ost)-Berliner wurden hier in der Berliner Bezirksverwaltung oder in einer ihrer Dienststellen in den Stadtbezirken geführt. Über die „BV“ ist bislang wenig bekannt. Ende der 1980er Jahre bezog sie den Neubaukomplex in Berlin Friedrichsfelde neben dem Tierpark. Heute Sitz der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) und mehrerer Verwaltungseinrichtungen des Bezirksamtes Lichtenberg.

Eigentlich wollten wir die Veranstaltung als Diskussionsveranstaltung anbieten. Aber die Jahn-Behörde hat uns den Raumvertrag aufgekündigt. Unserer Auffassung nach ist dies durch die Berliner Corona-Regeln nicht gedeckt, da Veranstaltungen zur politischen Bildung von NGOs weiterhin zulässig sind. Wir haben Widerspruch eingelegt und prüfen Rechtsmittel. Um die Veranstaltung am Jahrestag der Besetzungen nicht zu gefährden und allen daheimbleibenden Interessierten ein thematisches Angebot zu machen, werden wir die Veranstaltungen aufzeichnen und streamen. Falls es technischen Schwierigkeiten geben sollte, werden wir die Aufzeichnung zeitversetzt streamen. Bitte entschuldigen Sie diese Komplikationen und informieren Sie sich auf unserer neuen Internet-Seite: Buergerkomitee1591berlin.de. Wenn Sie über den Stream informiert werden wollen: Bueko_1501_berlin2.de

 

  • Vortrag 1 Prof. Dr. Marcel Kuhlmey, HWR: Die Berliner Bezirksverwaltung. Mit Fotos von damals und heute.

  • Vortrag 2 Dr. Christian Booß. Bürgerkomitee 15. Januar e.V.: Auflösung von oben. Wie die Stasi in Friedrichsfelde trickste, um ihre Überleben zu sichern.

 

Moderation Alfred Eichhorn

 

Stream mit Veranstaltungsmitschnitt. https://youtu.be/Scnm1y_4lOw

Der Lifestream war auf Grund von Leitungsproblemen leider technisch gestört. Jetzt die Aufzeichnung.


Näheres unter www.buergerkomitee1501berlin.de

 

Eine Produktion des Aufarbeitungsvereins Bürgerkomitee 15. Januar e.V.


Gefördert vom Landesbeauftragten für die kommunistische Diktatur

 

 

Vorausschau. 5.12.2020

 

"Hummeln am Hintern der Macht"

-Das Stasiende in Frankfurt/Oder -Die Bürger und der Stasi-General

 

 

Am 5. Dezember 1989 bedrängen Bürger in Frankfurt/Oder gegen die Stasi-Bezirksverwaltung. Der designierte Stasichef, Heinz Engelhardt, wird nach Frankfurt zurückgeholt, weil sein Nachfolger überfordert ist. Er lässt Demonstranten herein. Doch die Kräfte der Bürgerbewegung reichen in Frankfurt nicht aus, um die Stasi zu entmachten und ihre Auflösung zu kontrollieren. Ehemalige Mitglieder der Bürgerbewegung Neues Forum ziehen eine gemischte Bilanz. Stasi-Generalmajor Heinz Engelhardt hat seine Sicht auf die Dinge. Zwei Interviews vom Aufarbeitungsverein Bürgerkomitee 15. Januar e.V..

 

Die ca 20 Min. Interviews werden erstmals am 5. 12. 2020 auf youtube gezeigt: https://youtu.be/LpHYz3nGw48

 

Ansprechpartner. Dr. Christian Booß, 0171-5311140, bueko1501berlin@web.de

 

Eine Produktion des Aufarbeitungsvereins Bürgerkomitee 15. Januar e.V.

www.buergerkomitee1501berlin.de

nächste Veranstaltungen

Da uns die Jahn-Behörde derzeit die Veranstaltungs-Räume auf dem Stasi-Gelände verweigert, die wir vertraglich reserviert hatten, können wir derzeit die Veranstaltungen zur Serie Spionage im Film nicht durchführen. Wir haben Widerspruch eingelegt. 

 

Filmreihe zur Stasi-Spionage – die HV A im Film
4. 11. 2020 19 Uhr Feiern mit Spionen. 

Die Veranstaltung musste wegen Raumsperrung durch den BStU ausfallen.
mehr....

 

 

16.12. 2020 19 Uhr Der James Bond der DDR: Der Film „For Eyes Only

Die Arbeit der „Kundschafter des Friedens“ im DDR-Spielfilm

FilmFor Eyes Only(Streng geheim), DEFA, 1963, 104 Minuten

 

Die Arbeit der DDR-Spionage war zwar streng geheim. Dennoch wollte das Ministerium für Staatssicherheit der Bevölkerung ein Bild der heldenhaften „Kundschafter des Friedens“ vermitteln. Das sozialistische Lager stand in direkter Konkurrenz zum größten Film-Agenten aller Zeiten: James Bond. Deshalb entschied das MfS, die Geschichte eines besonders spektakulären DDR-Agenten als Unterhaltungsfilm zu veröffentlichen: Die Geschichte des West-IM Horst Hesse.

  

 

Januar 2021 Stasi-Spionage-Ausbildung durch Film. Lehrfilme und Lehre mittels Film

 

 

Filme: Lehrvideos über „Operative Agenturbedingungen“ in Rom und Brüssel; TV-Dokumentation "Normannenstraße, Agenten gegen die BRD - Fakten und Fälle der Spionagetätigkeit der DDR“; Lehrfilm des MfS über Spionagetätigkeit des Westens. ca. 60 Minuten

 

AnkündigungstextIn den 1980er Jahren setzte das Ministerium für Staatssicherheit auf Lehrfilme zur Ausbildung seiner Mitarbeiter. Das galt auch für die Auslandsaufklärung HV A. Nur wenige Lehrfilme der DDR-Spione haben jedoch die große Akten- und Materialvernichtungswelle von 1989/90 überlebt. Diese Veranstaltung bietet einen seltenen Einblick in vorhandenes Filmmaterial von HV A-Lehrfilmen. Dabei geht es um die Themen der „operativen Agenturbedingungen im Ausland“, aber auch Lehrfilme wie die Enttarnung eines Doppelagenten oder gesammelte Filmdokumentationen des „Klassenfeindes“. Diese Veranstaltung erläutert in einer Einführung das Medium Film als Lehrmittel der HV A, bevor erhaltene Lehrfilme in Ausschnitten gezeigt werden.

 

Februar 2021 Die Ehrung von Stasi-West-Agentinnen 

Filme: Filme: Podiumsveranstaltung mit den ehemaligen Kundschafterin Inge Goliath und Ursula Gäbler; Ursel Lorenzen, die Top-Spionin bei der NATO in der DDR: Pressekonferenz und Spielfilm; Gesamtdauer: ca. 80 Minuten 

 

Ankündigungstext: Die West-Agenten, die IM der HV A waren eines der am strengsten gehüteten Geheimnisse des DDR-Geheimdienstes, der Stasi. Öffentliche Auftritte waren für sie tabu, doch hinter den verschlossenen Mauern und Türen des Ministeriums für Staatssicherheit hatten sie ab und an einen großen Auftritt. Unter diesen West-IM waren nicht nur Männer, sondern auf Grund der Romeo-Strategie gerade auch Frauen. Eine andere Top-Agentin der HV A war Ursel Lorenzen, die über 15 Jahre bei der NATO arbeitete. Sie gab nicht nur eine spektakuläre Pressekonferenz in der DDR, sondern wurde auch zur Heldin des Spielfilms „Vera, der schwere Weg zur Erkenntnis“. Beide Filme werden bei dieser Veranstaltung erstmals gezeigt. Für zwei dieser Agentinnen – Inge Goliath und Ursula Gäbler – gab es Festakte in der Schule der HV A. Diese Reden hielt die HV A auf Video fest, um sie zur Ausbildung und Motivation ihrer Mitarbeiter einsetzen zu können. Davon erhalten sind seltene Filmaufnahmen, die bei dieser Veranstaltung gezeigt werden.

 

März 2021 Gegenproganda: Der James Bond des BND. Spionage-Unterhaltungsfilm als ideologische Waffe

Filme: „Mr Dynamit. Morgen küsst euch der Tod“ (1967), 111 Min.

Ankündigungstext: James Bond ist zweifelslos der erfolgreichste und bekannteste Geheimagent der Film-Welt. Doch im Kalten Krieg war er noch viel mehr: Er war das beste Image-Produkt des britischen Geheimdienstes, ja der ganzen westlichen Welt. Kein Wunder, dass 007 bereits in den 1960er Jahren eine Welle von Nachahmern kannte. Auch der westdeutsche Auslandsnachrichtendienst BND wollte von einem fiktionalen Superagenten profitieren. Der Agentfilm wurde faktisch zur Propagandawaffe im Kaltenkrieg. 1967 erschien im Westen der Kinofilm „Mr. Dynamit. Morgen küsst euch der Tod“, prominent besetzt mit Old-Shatterhand-Darsteller Lex Barker. Diese Veranstaltung beleuchtet die BND-Hintergründe des Films, bevor der Film in ganzer Länge gezeigt wird.

 

 

Ort: ehemaliges Stasigelände, Haus 1. Raum 614, jeweils 19 Uhr 

Ruschestr. 103, 10365 Berlin-Lichtenberg

(U-Bahn Magdalenenstraße)

Kurator: Dr. Christopher Nehring

Veranstaltung. Aufarbeitungsverein Bürgerkomitee 15. Januar e.V.

 

Anmeldung und Einladung: bueko_1501_Berlin2@web.de

 

Förderung